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Chronik

Im Jahre 1810 schrieb ein Blasmusikanhänger einen Dankbrief an die Musikgesellschaft Weitnau. Er bedankte sich recht herzlich für die musikalische Umrahmung seines Festes und die Stimmung, welche die Kapelle unter seine Gäste brachte.


Dieses Schriftstück, ein weiteres sowie einige Notenbücher sind das Wichtigste, das der Harmonie-Musikgesellschaft Weitnau aus dieser Zeit geblieben ist.


Ungefähr im Jahre 1860 übernahm der Lehrer und Organist Ludwig Mayerhausen, ein kulturell und auch wirtschaftlich sehr interessierter Mann, die Leitung und Schriftführung der Kapelle.


1871, nach dem 70er Krieg ließ er auch gleich eine Fotografie der Kapelle zusammen mit dem neugegründeten Veteranenverein aufnehmen, die heute noch vorhanden ist.


In den Jahren 1898/99 kamen junge Musiker zur Kapelle und unter der Leitung von Mayerhausen spielten M. von Hundbiß, Michael Müller, Fritz Müller, Fidel Rasch, Xaver Schafroth, Johann Oberhofer, Michael Klöpf, Haslach, Engelbert Müller, Georg Hauber und Josef Herz.


In der schweren Zeit des ersten Weltkrieges wurden fast alle Mitglieder der Kapelle zu den Waffen gerufen. Zuhause bestand die Musik nur noch aus einigen alten Kräften, die fast ausschließlich bei Beerdigungen spielten.


1919 ging es wieder aufwärts, denn unter den Heimkehrern waren glücklicherweise alle Mitglieder, die eingezogen worden waren. In diesem Jahr wurden zahlreiche junge Kräfte aufgenommen: Xaver Frommknecht, Josef Wiedemann, Andreas Wiedemann, Heinrich Vogler, Josef Anton Hiller und Hans Möslang.


Der erste große Auftritt der Kapelle nach dem 1. Weltkrieg war 1920 das Musikfest in Isny und die Fahnenweihe in Mayerhöfen.


Im Jahre 1925 wurde Gottlieb Rasch nach Jahren häufiger Dirigentenwechsels zum Dirigenten der Musikkapelle Weitnau gewählt.


Die Kapelle entwickelte sich rasch aufwärts und hatte in kurzer Zeit 30 aktive Mitglieder.


1935, beim Musikfest in Altusried, beteiligten sich die Weitnauer Musiker und errangen mit der Regina-Ouvertüre von Rossini die Note sehr gut.


In den Jahren des 2. Weltkrieges wurden von 24 aktiven Musikern 20 eingezogen. Von diesen Kameraden kehrten leider sechs nicht mehr zurück.


Nach dem 2. Weltkrieg im Jahre 1946 versammelten sich die verbliebenen Mitglieder und wählten wieder eine ordnungsgemäße Vorstandschaft.


Ein Höhepunkt war das Musikertreffen am 4. Juni 1950  in Weitnau mit zahlreichen Kapellen. Anlässlich der Hirnbein-Feier im Jahre 1956 wurde die Kapelle mit der heutigen bodenständigen Tracht eingekleidet.


Im Jahr 1961 konnte die Kapelle auf ihr 150jähriges Bestehen zurückblicken. Aus diesem Anlass wurde ein Musikfest durchgeführt, an dem sich 20 Kapellen beteiligten.

 

Am Festabend wurde der Kapelle vom Allgäu-Schwäbischen Musikbund die Silberne Medaille am weiß-blauen Band überreicht. 1965 musste Gottlieb Rasch nach jahrzehntelanger Dirigententätigkeit aus gesundheitlichen Gründen den Taktstock zur Seite legen. Im gleichen Jahre wurde er zum Ehrendirigenten ernannt. Sein Nachfolger wurde der damalige erste Klarinettist Toni Ertl.


Durch die jahrelange Jugendausbildung des Dirigenten Toni Ertl konnten viele junge Musikanten aufgenommen werden, die auch heute noch zum Teil in der Kapelle mitspielen. Darüber hinaus konnte das musikalische Niveau der Kapelle unter dem Dirigat von Toni Ertl, der besonderen Wert auf konzertante Blasmusik legte, deutlich angehoben werden. Auf die Initiative von Vorstand Helmut Hörmann hin wurde die Harmonie-Musik-Gesellschaft Weitnau im Jahre 1983 in das Vereinsregister eingetragen.


1987 reichte Helmut Hörmann das Amt des ersten Vorstandes an Max Rist weiter. Während seiner Amtszeit wurde ein Film über die Musik Weitnau restauriert und als Kulturgut eingelagert. Außerdem fand 1991 erfolgreich das 37. Hauchenberg-Ringtreffen in Weitnau statt. 1992 übernahm Thomas Müller den Taktstock von Toni Ertl, der der Musikkapelle jedoch weiterhin als Ausbilder zur Verfügung stand. Thomas Müller setzte sich ebenfalls für die Jugendausbildung ein und förderte insbesondere die Teilnahme an den Bläserprüfungen des ASM.


Nach zehn Jahren engagierter Arbei als 1. Vorstand übergab Max Rist 1997 das Amt an Heinrich Weiß. Die Höhepunkte in den folgenden Jahren waren die Fahrten nach Leipzig, Dänemark und Berlin und das Hauchenberg-Ringtreffen 2001 in Weitnau.


Im Jahre 2000 konnte das jährliche Frühjahrskonzert zum ersten Mal im neuen Saal des Gasthofes „Goldener Adler“, der durch seine gute Akustik überzeugt, stattfinden. 

 

2001 wurde Franz Zech der neue Dirigent der Musikkapelle Weitnau. Während seiner Amtszeit wurden eine neue Notenmappe und Aufnahmen der Frühjahrskonzerte erstellt. Außerdem konnte 2007 ein Probenwochenende mit Freek Mestrini stattfinden.


Nach 10-jähriger Tätigkeit trat Vorstand Heinrich Weiß 2007 zurück und es wurde eine fast komplett neue und junge Vorstandschaft gewählt. Erster Vorstand wurde Christian Weber. Gleichzeitig fand ein Dirigentenwechsel statt und Andreas Seger übernahm das Amt des Dirigenten von Franz Zech.


Die Höhepunkte in den letzten drei Jahren waren der Ausflug nach Ranten zusammen mit der Feuerwehr und, neben den Frühjahrskonzerten, auch die Durchführung eines Blasmusik Allerleis und eines Kirchenkonzerts im Herbst. Ferner trat die Harmonie-Musik-Gesellschaft im Jahr 2009 zum ersten Mal seit vielen Jahren wieder an einem Wertungsspiel an. Im Jahr darauf, war die Musik Weitnau die beste Mittelstufenkapelle im Bezirk 1 und gewann anschließend den Mittelstufenwettbewerb des ASM.


Vom 28. – 31. Juli 2011 richtet der Musikverein das 58. Hauchenberg-Ringtreffen aus und feiert in diesem Rahmen sein 200jähriges Bestehen.


Nach 6-jähriger Tätigkeit übergab Christian Weber im Jahr 2013 das Amt des 1. Vorstands an Hubert Müller. Unterstützt wurde er von seinem Team, bestehend aus Richard Weiß und Markus Fritsch. Dies war ein bedeutender Moment, da es das erste Mal war, dass das Vorstandsteam aus drei Personen bestand. Unter ihrer Führung erlebte der Verein viele Veränderungen und Fortschritte. 


Im Januar 2014 übernahm Andreas Buhr den Taktstock und führte die musikalischen Aktivitäten mit großem Engagement weiter. Ein weiterer bedeutender Dirigentenwechsel fand im April 2018 statt, als Theresa Lingg die Leitung übernahm. Theresa brachte als erste Dirigentin in Weitnau frischen Wind und neue Ideen in die musikalische Leitung ein. In dieser Zeit konnte die Stimmungsschaukel beim Musikfest in Kleinweiler gewonnen werden.


In den folgenden Jahren gab es mehrere Höhepunkte. Ein herausragendes Ereignis war der Bau des Feuerwehrhauses mit Musikheim. Dies war ein großer Schritt für die Musikkapelle, da es ihnen erstmalig ermöglichte, ihre Proben und Aktivitäten in einem eigenen Räumlichkeiten durchzuführen. Darüber hinaus wurden mehrere Ausflüge organisiert, darunter Reisen nach Passau, Innsbruck, Ranten und Freiburg. 


Leider brachten die Jahre der Coronapandemie auch Herausforderungen mit sich. Ein besonders schwieriger Moment war der Ausfall des Hauchenbergringtreffens im Jahr 2021, das aufgrund der Pandemie abgesagt werden musste.  


Im Frühjahr 2022 wurde der Taktstock an Lucia Klöpf übergeben, die den musikalischen Fortschritt der Kapelle bis heute weiter vorantreibt.


Im Januar 2024 übergab Hubert Müller nach einem Jahrzehnt im Amt als Vorstand sein Amt als Vorstand an Alexander Spieß. Das neue Vorstandstrio wird von Richard Weiß und Jürgen Klöpf komplettiert.